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Abera
11.01.2012, 17:04
Bellis Gefährten

Warm schien die Sonne auf Gärten und Wiesen in der Umgebung, der Frühling hatte begonnen. und die Vögel zogen ihre Kreise auf der Suche nach etwas fressbarem. Nicht nur für sie selber hatten sie jetzt mehr zu schaffen, so mancher junger Vogel schaute hier und da aus seinem Nest. Schon recht bald verpflichtet die Welt kennen zu lernen und seinerseits für Nachwuchs zu sorgen.

Auch mit vielen einzeln stehenden Bäumen sowie ein großes Waldstück war jenes reich gesegnet, für Fleischfresser gibt es hier so einiges zu holen. In der Nachbarschaft, bei einem Wohnhaus war ein lautes Bellen zu hören, und kurze Zeit später war ein großer, grauer Hund am Hoftor aufgetaucht. Schon allein seine Augen verrieten dass er nichts Gutes im Schilde führte, besser gesagt es wollte.

Noch war es auf der Wiese der Skulpturen, welche eine Frau mittleren Alters angefertigt hatte verdächtig ruhig.

Doch sollte es nicht allzu lange dauern bis die Luft vor Spannung zu knis-tern schien. Als ein kleiner Kopf sich hinter einem Holzstoß zeigte, so leise wie es nur möglich war begann eine kleine Nase aufgeregt in die Luft zu schnuppern, es machte den Anschein als ginge es um Leben und Tod, als sich plötzlich eine kleine weißgraue Nase einer Samptpfote regte. Jener Kater war noch nicht einmal ein Jahr alt und gerade dabei sein Reich zu erkunden. Es konnte ja nicht schaden mal nach Mäusen mal aus schau zu halten.

"Hey Belli komm rein, ich habe auch extra gutes Futter besorgt" Uli sein Frauchen läutete dabei mit einer Glocke, der junge Kater dachte schon sein Trommelfell würde platzen.

Die Glocke läutete ein weiteres Mal beleidigt trottete er in Richtung Katzenklappe. Auf Ärger konnte er gut und gerne verzichten, sie hatte ja nicht ahnen können was Schattenjäger dadurch alles verpassen würde.

Puh wie ekelig schmeckte dieser Dosenfraß denn heute? angewidert trat er ein paar Schritte zurück, eine Stelle wo er sich in Ruhe übergeben konnte suchte er vergeblich.

Wieder zurück auf seinem Stammplatz einem mit Gras bewachsenen Hü-gel konnte er zwei unscheinbare
Gestallten erkennen, welche sich in seinem kleinen Reich tummelten, re-flexartig schossen seine Ohren nach vorne, sein Schwanz zuckte nach links und rechts und seine Nackenhaare stellten sich auf. Jetzt war er be-reit alles zu geben.

Verteidigung mit Hindernissen

Was um alles in der Welt erlaubte dieser Spinner es sich einfach sich in sein Reich zu schleichen hatte er noch alle Mäuse zusammen? schnell wurde ihm klar er musste etwas unternehmen, keiner sollte auch nur im Ansatz mitbekommen dass er kein echter Streuner war und eventuell etwas hilfloser als seine Artgenossen war. So tief er konnte duckte er sich ins Gras. Himmel aber auch war dies heute wieder feucht und kratzig doch Schattenjäger biss auf seine Zähne als Feigling abgestempelt zu werden war für Katzen das Todesurteil.

Gerade war er nahe genug an seinen Gegner herangekommen, um ihn mit einem gekonnten Nackenbiss zur Strecke zu bringen als er einen eiskalten Atem an seinem Hals wahrnehmen konnte.

Auch davon lies Schattenjäger sich zunächst nicht abschrecken schon des Öfteren war ihm hier draußen kalt gewesen. Dass an jenem Tage alles an-ders sein würde, begann er erst zu realisieren als er ein wahrlich bedrohli-ches Geräusch hörte.

Und da sah er es:

Große gelb grüne Augen bohrten sich unaufhaltsam in seine Seele, damit nicht genug. Sein gegenüber schien auch noch doppelt wenn nicht dreimal so groß zu sein er so Furcht einflößend konnte nur ein Kater sein. Rabenpfote, ein Siam Kater war für seine Brutalität im Viertel gefürchtet es machte das Gerücht die Runde er und sein Bruder Feuerherz hätten schon die ein oder andere Katze auf ihrem Gewissen.

Erst nach einer gefühlten Ewigkeit gelang es ihm sein Herzschlag soweit wieder unter seine Kontrolle zu bekommen dass er zumindest etwas maunzen konnte " wer bist du... warum musst... du mich so...? weiter kam er jedoch noch immer nicht.

Ein dröhnendes Fauchen erklang aus seinen Mund. Was du kennst mich nicht? was bist du denn für einer, ich sollte dich für so eine Schande in Stücke reißen!
Doch werde ich es sein lassen, als lebendige Geisel bist du mir viel lieber Har har…
Rabenpfote, kam immer näher an Schattenjäger heran.
Schon im nächsten Moment machte Schattenjäger einen Satz in die Luft, zwar war er von Rabenpfote‘s Kralle im Brustbereich gestreift worden, doch Schattenjäger ignorierte den Schmerz.

Auch ihm inzwischen gelungen, einen seiner ärgsten Feinde empfindlichen Wunden zu verpassen. Als Rabenpfote dann auch noch nach einer ge-schlagenen Stunde völlig erschöpft im vom Blut getränkten Gras lag woll-te Schattenjäger schon erleichtert aufatmen und wieder seines Weges ge-hen. Doch es kam, wie es kommen musste: kaum hatte er sich umge-dreht, war er mit aller Gewalt um geworfen worden bewegungsunfähig starrte er nicht in die Augen von Rabenpfote nein auch Feuerherz konnte er, wenn auch nur verschwommen wahrnehmen.

Schnell merkte er wie ihm die Kräfte ausgingen, so wild hatte er bis zu Letzt versucht mit seinen Hinterbeinen nach Feuerherz zu treten.
Doch all seine Kräfte waren ihm ausgegangen, Rabenpfote’s Bruder hatte so lange auf ihn ein geschlagen
Bis er reglos liegen blieb. Beide Brüder machten sich einfach aus dem Staube und ließen ihn Bewusstlos liegen.

Er kam erst wieder zu sich, als er unter sich etwas Hartes spürte

„ Oh mein Gott, was ist nur geschehen, warum nur dröhnt mir so der Schädel?“ sichtlich beschämt rollte er mit seinen Augen, rücklings lag er auf der Terrasse seiner Besitzer, schon kurze Zeit später wollte er sich aufsetzen um die Orientierung wieder zu erlangen.

Wie ein Blitz zuckte dieser grausame Schmerz durch all seine Knochen mit einem male dämmerte es ihm
Er musste wohl gerettet worden sein, sonst da war er sich ziemlich sicher wäre er jetzt wohl nicht mehr am Leben.

„Da hatte irgendetwas doch ihn gerade leicht berührt oder begann er jetzt auch noch zu spinnen?“ verlegen drehte er sich in jene Richtung von wel-cher er diese Berührung gespürt hatte. „ Hallo wer ist da, will mir jemand hier den letzten Hieb verpassen?“ seine Stimme zitterte als er in die Dun-kelheit hinaus klagte.

Plötzlich schoss eine Rotbraune, relativ kleine Gestalt an ihm vorbei „ Hey kleiner ach Gott wie diese Spinner dich in der Mangel gehabt haben mussten… Noch immer verstand Belli nicht was der Fremde von ihm wollte. „ Hey du lass mich in Ruhe, nicht noch einmal werde ich mich so verprügeln lassen... Doch so leicht ließ sich der etwa gleich alte Kater nicht abschütteln. „ Wenn du es wissen willst, ich habe dir vorhin dein Leben gerettet und diese blöden Dinger in die Flucht geschlagen, was weiß Gott nicht einfach war. Jetzt erst erkannte er den Rotgetigerten Kater schon des Öfteren waren beide sich auf ihren Streifzügen begegnet wenn auch eher unbewusst. Als Zeichen seiner Zuneigung berührte Stummel Belli mit seinem Kopf an seiner Brust.


Treffen unterm Apfelbaum

Wenige Tage später hätte man meinen können die beiden jungen Kater würden sich schon ewig kennen, so vertraut gingen beide miteinander um selbst Schattenjägers Heiligtum durfte Stummel mit benutzen „ wow großer so einen schönen Kratzbaum hab ich ja noch nie gesehen, deine Menschen müssen dich aber sehr lieb haben…

Schattenjäger saß auf einem Steinhaufen, das kleine "Felsenmeer" genannt und grübelte vor sich hin. Sein Magen hatte sich gemeldet er aber jenes Gefühl beiseitegeschoben, nicht schon wieder wollte er dieses langsam ekelige Dosenfutter zu sich nehmen, er war wieder alleine Stummel hatte noch etwas in der Nachbarschaft Zu erledigen.
„Klar hätte ich auch mitkommen können“ sagte er sich doch wirklich Lust dazu hatte er nicht gehabt.

Er fasste einen Entschluss da gerade die Sonne schön warm schien, und er etwas fröstelte legte er sich Rücklings auf die Wiese neben einem Holzlager, welches seine Menschen errichtet hatten. Wozu genau war eines der vielen Geheimnisse welche Belli noch ergründen wollte.

Er musste eingeschlafen sein als er plötzlich hochschreckte, erneut schlug ihn sein Herz bis zum Hals
Fast hatte er den Eindruck gehabt er müsse ersticken, als er nicht weit von sich eine schnurrende, melodische Stimme hörte. Zunächst noch sehr vorsichtig drehte er sich um doch egal wie still er auch da saß die Stimme war und blieb verschwunden, so lange bis unerwartet etwas weißes direkt auf ihn zu gewackelt kam. Schattenjäger schnüffelte in der Luft herum in der Hoffnung seine Nase würde ihn nicht so wie seine Augen im Stich lassen.

„ Jetzt sag mir bitte nicht, du hast mich vergessen wo hast du denn deinen Kopf gelassen?“ man konnte es Minka, der Nachbars Katze anmerken dass sie Bellis Dusseligkeit langsam leid war.

In all dem Trubel und der Hektik hatte er völlig vergessen sich mich seiner neuen „Flamme“ zu verabreden.
Oh Minka meine Liebe es tut mir ja wirklich alles so leid, aber mir ist et-was dazwischen.. geraten.
Wahrlich leicht viel es Schattenjäger immer noch nicht darüber zu sprechen was Rabenpfote und Feuerherz ihm angetan hatten. Doch keines Falls würde er nochmals klein bei geben,
das schwor er sich für alle Ewigkeit.

Auch ihr rann die eine oder andere Träne über die Wange als er mit sei-nem Bericht geendet hatte. „Warte hier kurz, verhalte dich still ich komme gleich wieder zurück“ befahl sie mit einem Schwanzzucken in Richtung großer Apfelbaum. Seine Verwirrung nahm ihn immer mehr in Beschlag jetzt wartete er schon fast eine Viertelstunde auf Minka wo nur zum Teufel wollte er gerade losschimpfen als sie geheimnisvoll um die Ecke getrottet kam.

Ehe er noch reagieren konnte standen sich die beiden schon Auge in Auge gegenüber, wie ihre Augen so plötzlich strahlten Schattenjäger hatte den Eindruck als könne er ihr direkt in ihre Seele gucken. Etwas Schwarzes war zu Boden gefallen „ Ähm Minka du hast da… als Reaktion erntete er nur Finstere Blicke „ ich kann ja gerne alleine Speisen, wenn du keinen Hunger hast…

Mit diesen Worten begann sie den Maulwurf mit voller Sorgfalt auseinan-der zu nehmen, ihren Hunger konnte sie kaum noch bremsen so Herrlich duftete es nach frischem Fleisch.
Ganz langsam begann auch Schattenjäger zu fressen „ das heißt du ver-zeihst mir also? Dabei wackelte
Er immer noch total überfordert mit der Situation in der Luft herum.
Ja ich verzeihe dir dieses eine Mal noch, hauchte sie in seine Richtung, erst langsam begann er zu begreifen
Was dies für ihn bedeutete.



Der Rat des Nebels


Ein kalter Wind wehte als Minka mit Schattenjäger bei einem Steinkreis etwas außerhalb seines Reiches ankam „ und was wollen wir hier jetzt, mir ist kalt und ich sehne mich nach meinem Kissen“. „Das meinst du jetzt aber nicht im Ernst du Langweiler, ich werde dir jenes Verlangen schon noch Austreiben, es wird Zeit erwachsen zu werden.“

Am Ort ihrer Bestimmung angekommen wurden unsere beiden schon sehnsüchtig erwar-tet. Alle haarten sie Tapfer in der Kälte aus, Silberhaar, Goldpfote, Weiß-nase usw. Jeder hatte seinen Platz am Steinkreis gefunden, wie gebannt schauten alle in die Mitte, wo eine kleine Vogelfeder zu sehen war, ein Opfer aus alten Zeiten wie Belli noch erfahren sollte. „ Der Meister lässt heut lange warten“ erhob sich eine Stimme aus der Menge, nicht wenige Katzen traten von einem Bein aufs andere. Feuerauge hatte eine ganze Weile versucht den Ursprung der Stimme heraus zu finden, auch sie war heute das erste Mal am Steinkreis.

„ Und sie werden bestraft werden, dafür werde ich sorgen, nicht noch einmal werden sie ungeschoren davonkommen“ ertönte eine dröhnende Stimme, allen Katzen lief es eiskalt dem Rücken herunter, es zeichnete sich im Himmel ein riesiger Katzenkopf ab, mit seidig grauem Haar das Licht jener Augen sollte vielen Katzen noch lange im Gedächtnis bleiben. „ Habt ihr noch eine Frage so stellt sie sofort, nicht mehr lange kann ich auf Erden wandeln. Miaute der Geist des Nebelkaters.
Kurze Zeit später schon war der Spuk schon wieder vorbei. Ein krachen ertönte und zur guter Letzt sah man wie die Vogelfeder von einem Nebelschleier empor gehoben wurde. Ein paar Samtpfoten blieben mit fragendem Blick zurück, während sich jener Kreis auf zu lösen begann.
Der Rat des Nebels, das höchste aller Gerichte hatte sein Urteil gesprochen.

Belli brannten auch noch so einige Fragen auf der Zunge doch Minka wies ihn immer wieder ab, stattdessen schaute sie finster vor sich hin. „ Wer hat denn den… Schon spürte er ein Brennen an seiner Backe, seine Begleiterin hatte ihn eine Backpfeife verpasst. „Wer nicht hören will muss fühlen und außerdem haben wir dort draußen nicht schon genug. Unsere beiden Freunde konnten von Glück sagen das ein großes Tor zwischen ihnen und dem großen, schwarzen Hund lag welcher geradewegs auf sie zu geschossen kam „ So nimm doch die Beine in die Hand und lauf!“
Noch eine Zeit später sollte Minka nicht verstanden haben wieso er einfach stehen geblieben war anstatt zu flüchten. Immerhin verstand er jetzt warum man als Katze immer auf der Hut sein sollte.


Happy End, bis auf weiteres

Seit jenen Vorkommnissen war eine gewisse Zeit vergangen, in der Belli seine Jagdtechnik Um einiges ausbauen konnte, was ihn mächtig stolz machte schien seine Dosenöffner dagegen mehr und mehr zu ärgern. Lagen doch jetzt auf der Terrasse und auch mal in der Wohnung halb durchgekaute Mäuse herum. Auf den Genuss von Maulwürfen war er selber noch nicht gekommen.

„ Och Mensch muss das sein, wenn du uns schon deine „Geschenke“ bringen so lege sie doch bitte wo anderes hin“. Beinah wäre Uli sein Frauchen an diesem Morgen in eine Maus hinein getreten, diese lag natürlich genau vor dem Zugang zur Terrasse der Glastür, dieser markante Geruch sollte Ulis Nase noch lange strapazieren. Es tat einen Schlag und der heimliche King des Hauses fand sich schon wieder auf der Erde liegend vor, in seinem Kopf drehte sich alles, auch schien er nicht mehr so recht zu wissen wo oben und unten war. „ Na warte du kleiner Angeber, wenn ich dich nur einmal fasse ist es aus mit dir, nicht noch einmal lass ich mich so dermaßen blamieren.“ Knurrte er wütend während er sein Revier ab zu suchen begann.
„ Hm die Hunde können es diesmal nicht gewesen sein, sicherlich wäre ich dann nicht mehr unter den Lebenden.
Gerade wollte er sich ein geschütztes Plätzchen suchen, wo er seinen Gedanken nachhängen konnte da kam etwas aus der Luft auf in herunter ge-schossen. Mit einem Hechtsprung hatte er sich in letzter Sekunde retten können, dumm nur das dieses kleine Wiesenstück noch etwas Feucht war.

„Ja sag mal bist du des Wahnsinns, ich hätte tot sein können eben“ Belli holte Mit seiner rechten Pranke aus und verpasste Stummel eine saftige Backpfeife.

Gemeinsam jagten sie laut Miauend über die Wiesen der Nachbarskatzen dabei konnte es bisweilen gesehen das sie sich hinwarfen, eine Kugel aus Fell und Krallen bildeten und herumrollten. Wirklich ernsthaft wollten sich beide nicht verletzten, waren sie doch jetzt gute Kumpel geworden.