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Tobi
09.11.2011, 09:26
Die verlorene Seele

In meinen Ohren war noch das tonnenschwere, tief metallisch dröhnende Poltern, als mich sanfter Wind in Wellen streichelnd aus einem schwarzen Traum weckte. Meine Lieder waren schwer. In meinem Kopf waren Geisterstimmen, die unverständlich wirr durcheinander plapperten. Ganz langsam wurde es ruhiger, und ich konnte meine tränenverklebten Augen öffnen. Ich blickte in den klaren Himmel über mir, hindurch zweier mächtiger, tief grüner Baumkronen, die links und rechts neben mir standen. Ich lag auf dem Rücken in einer saftigen, mit Blumen übersäten Wiese. Die Geräusche in meinem Kopf wurden von dem Wind, der über mir von links nach rechts und wieder zurück hauchte, als atmeten die Bäume diesen ein und aus, in weite Ferne verschleppt, wie ein Zug, der vorbei huscht und rasch den Schall hinter sich verschluckt, um schließlich in der Ferne zu verebben. Klare Gedanken kehrten zurück und nahmen ihren Platz ein. Wo war ich und was war geschehen?

Ich richtete mich auf. Mein Körper war entspannt wie nach einem langen erholsamen Schlaf. Die Wiese erstreckte sich bis zum Horizont, mit dem sie dort zu verschmelzen schien. Übersät mit bunten Blumen, deren Farben so kräftig leuchteten wie eine blühende Heide im Sommer. Die warme Luft war erfüllt von süßlichem Nektarduft. Gleich in der Nähe bemerkte ich ein monotones, sich ständig wiederholendes, gurgelndes murmeln. Ein Bach, der klares Quellwasser führte, umspülte weiße Kiesel, die nach Jahrzehnten so rund und so schön wie Perlen waren. Ein blaugelb gefiederter Vogel badete sich in dem reinen, ursprünglich kühlem Wasser. Er trank und flog mit kräftigen Schwingen davon. Senkrecht in den blauen Himmel. Ein Lächeln wollte über meine Lippen, doch da kamen sie wieder: Bilder in meinem Kopf zuckten und leuchteten wie Blitze in der Nacht. Doch statt Regen fiel Traurigkeit, Enttäuschung und Schwermut. Ich verstand diese Gefühle nicht. Die Bilder waren vertraut, doch das Empfinden fremd. Es waren Menschen, die mir zuwinkten, mich anlächelten, liebenswürdige Gesten machten. Sie erstarrten zu stummen Bildern. So kalt, daß jedes Lächeln und jede Freude in mir schon im Keim erfror. Wie bei einem Klassenfoto, auf dem man junge Menschen Lachen sieht. Ihr Lachen ist noch echt und ihre Augen sind voller Erwartung an die Zukunft. - Zeugnis der Vergangenheit. Sie alle waren einmal vertraut. Heute jedoch sind es tote Gesichter weit entfernt, ungreifbar, entfremdet. So schien es mir. Diese kalten, trostlosen, nach Hilfe schreienden Augen durchbohrten meine Seele wie spitze Eiszapfen den Brustkorb. Brannten kalt und dumpf in mir. Woher kamen diese Bilder? Was war das für ein Ort? Was war geschehen? Verzweifelt suchte ich in meinem Gedächtnis nach Antworten, als ich ein Pfeifen hörte. Es war nicht das Pfeifen von den Vögeln, die vergnügt umher tollten, sondern eines Menschen! Genauer gesagt: eines Kindes.

Ich blickte auf. Zwischen den Bäumen kam hopsend ein kleines Mädchen direkt auf mich zu. Ihre schwarzen langen Haare waren zu zwei Zöpfen geflochten, die im Sprung durch die Luft federten. Sie pfiff dabei eine sanfte Melodie und war nicht die Spur erstaunt mich zu sehen. Im Gegenteil. Es schien fast so, als wüßte sie, daß ich hier war. Wie bei einem Empfang am Bahnhof, wenn man in eine fremde Stadt kommt und niemand kennt. Plötzlich kommt jemand auf einen zu und sagt: “Ach, da sind sie ja! Folgen sie mir, ich soll sie abholen.”

Das Mädchen kam weiter auf mich zu, verlangsamte das Hüpfen. Ihre vom Pfeifen spitzen Lippen verwandelten sich in ein breites Grinsen und legten ihre elfenbeinweißen Zähne frei.
“Hallo!” rief sie fröhlich aus.
“Hallo! Wer bist du?” fragte ich erstaunt.
“Du kennst mich.”
Die Antwort verwirrte mich zuerst, doch dann bemerkte ich vertraute Züge an ihr. Glänzende braune Augen, darüber dünne schwarze Augenbrauen, eine schmale kurze Nase, darunter ein voller Mund mit kirschfarbenen lächelnden Lippen. Ein paar schwarze Haare hingen nach vorn in die glatte Stirn. Man konnte ihren schnellen Pulsschlag vom hüpfen an dem schmalen Hals sehen.
“Nun, ich erinnere mich nicht mehr.” gab ich zögernd zu. “Kannst Du mir sagen, wo ich bin? Warum bin ich hier? Was ist geschehen? Was machst du hier? Warum sollte ich dich kennen?”
“He, langsam, langsam ... Wollen wir Fangen spielen?” fragte sie mit einem verschmitzten Lächeln.
“Ich will wissen was los ist. Mir ist nicht nach spielen, verstehst du?”
“Ich weiß ...”, traurig senkte sie den Kopf und lief davon.
“He, warte! Bleib' hier! Lauf nicht weg!” Ihre Reaktionen versetzten mich in staunen. Ich lief so schnell ich nur konnte hinterher. Der Abstand verringerte sich immer mehr. Ich konnte sie schon fast greifen, da traute ich meinen Augen nicht: eine Tür!
Mitten in der Wiese stand eine Tür! Das Mädchen griff danach, öffnete sie, schlüpfte hindurch und schlug sie zu. Wie vom Blitz getroffen stand ich da. Schwer atmend blickte ich die massive Holztür an. Sie stand einfach da. Gefaßt von einem dunklen Rahmen mit einem chromfarbenen runden, faustdicken Türknauf. Dahinter war nichts, nur die Wiese, doch das Mädchen war verschwunden. “Das träume ich doch alles!” sagte ich mir zur Beruhigung, doch mein Verstand und mein Gefühl wußte, daß es real war. So real, wie man Herz pochte und dünner Schweiß aus den Poren an meiner Stirn trat.

Ich drehte an dem Türknauf. Er fühlte sich warm in meiner Hand an. Ich stand hinter der Tür in freiem Feld. Der Himmel hüllte die staubige Luft in ein rauchfarbenes Grau. Es roch nach verbranntem Gras. Ich drehte mich gespannt den Horizont absuchend auf der Stelle. Es war kein Feuer auszumachen. Aus Osten drang ein leichtes Dröhnen wabernd hervor. Es wurde rasch lauter. Ich drehte mich um. Ein viermotoriges stählernes Monster flog drohend und ehrfurchtgebietend über mich hinweg. Der Schall war ohrenbetäubend tief donnernd. Der Pilot lenkte eine Schleife und das Monster drehte sich wie ein Adler im Wind. Zeigte stolz sein dunkelgrün lackiertes Gefieder. Nahm direkten Kurs auf ein kleines Dorf.

Kaum erreicht, öffnete sich eine Luke am Bauch und daraus purzelten zahllose 500 Kilo schwere Bomben. Mit Aufschriften wie “Gruß vom Feind!” und “teuflische Träume!” fielen die Kolosse schreiend herab. Sirenen heulten auf, um gleich nach den ersten fünf Einschlägen wieder zu verstummen. Weitere zwanzig Detonationen folgten und zeichneten eine Mondlandschaft. Jede einzelne davon war so gewaltig, als würde der Todesadler selbst hinabstürzen. Meterhohe Feuersäulen, geformt wie Pilze, verbrannten den Himmel. Nichts war mehr übrig. Vereinzelt liefen Menschen schreiend wie verirrte Ameisen umher. Zivilisten, Kinder und Frauen. Die Order des Piloten war klar: “Um diesen Krieg zu gewinnen, vernichtet ALLES!” So drehte die Maschine abermals und donnerte im Kreis über die Schutzsuchenden hinweg. An den Seiten waren links und rechts Geschütze montiert. Als der richtige Winkel erreicht war, spuckte das Monster Feuer. Sechstausend Schuß pro Minute hagelten auf die Wehrlosen ein, bis das letzte Kind mit offenen Augen und blutigen Lippen zu Boden stürzte. Jetzt erst drehte der Vogel erneut triumphierend ab.
Noch bevor ich einen klaren Gedanken fassen konnte, ertönte irgendwo vor mir das metallisch schwere rattern eines Stand-MGs. Ein weiterer Soldat stand unmittelbar in meiner Nähe. An einem Schützengraben, den Finger am Abzug lauernd. Wie aus dem Nichts tauchte ein weiterer Soldat schreiend auf. Er rannte, daß Bajonettgewehr verkrampft in den Händen halten, zielend auf den anderen zu. Dieser legte sein Gewehr an, zielte langsam und präzise. Da geschah etwas seltsames: Anstatt das rennende Opfer niederzuschießen, legte der junge Mann seine Stirn in Falten und glaubte seinen Augen nicht. Er senkte das Gewehr wieder. Er hatte erkannt, daß der Soldat, der mit dem Bajonett direkt auf ihn zu rannte, eine junge Frau war. Eine junge Frau, vielleicht sogar jünger als er, von drei Tagen kalten Frontkämpfen irre geworden. Er konnte diese schreiende Amoklaufende nicht einfach so töten. Auch wenn sie scheinbar nichts mehr zu verlieren hatte. Jetzt hatte er begriffen, daß schießende Schnellfeuergewehre keine Probleme lösen, sondern nur eins können: töten.

Sie kam näher und brüllte immer noch aus voller Kehle. Schützend riß er mit beiden Händen sein Gewehr vor sich. Es gab einen dumpfen Knall und das Schreien verstummte augenblicklich. Der junge Soldat starrte entsetzt auf den Frauenkörper, der vor ihm verdreht im Dreck lag. Er hatte bei seinem verzweifelten Verteidigungsversuch den Gewehrkolben so hart gegen den Kopf der Frau geschlagen, daß dieser aufplatzte und daraus jetzt in der Mitte die Gehirnmasse hervorquoll. Er beugte sich mit bleichem Gesicht über sie, kniete nieder und versuchte Worte der Entschuldigung zu finden. Doch aus seinen blutleeren Lippen kam es nur stammelnd und bevor sich daraus ein Satz Formen konnte, blitzte es. Eine Explosion, Erde spritzte und Rauch stieg auf. Eine Splittergranate. Stille. Von seinem Körper blieben nur blutige Fetzen übrig - ein Krater mehr zierte die endlose Verwüstung ...

Ich stand wie angenagelt auf meinem Platz. Der Schock lähmte meine Beine. Ich wollte schreien, doch die schmerzenden Gedanken, hämmernd in meinem Kopf, waren lauter. Die Bilder des eben erlebten zuckten an mir vorüber, wie Fenster eines Zuges in denen sich die Sonne spiegelt. All der Schmerz, das Leiden, die vernichteten Hoffnungen, die schreienden Seelen, der Haß und die Angst, Rachegefühle, blinde Zerstörungswut, die bitteren Tränen, der bohrend stechende Schmerz tief in der Brust und die ständig lauter werdende Frage: “Warum das alles?”
Ich wurde aus meinen Gedanken durch einen Schrei wie mit einem Faustschlag gerissen. Er war hoch und kurz. Meine Neugierde überwand meine Angst. Mit zittrigen Knien ging ich auf das kleine Waldstück zu, aus dem der Schrei kam. Nur langsam näherte ich mich, meine Füße waren in Betonblöcke gepackt. Das Schreien war jetzt noch wilder, aber dumpf.

Fünf Soldaten standen grunzend lachend an einem Stapel geschlagener Bäume. Ich beschleunigte meinen Schritt so gut es ging. Ein junges Mädchen lag auf dem Rücken quer über den Stämmen vor ihnen. Zwei Soldaten standen an ihrem Kopf. Jeder hielt in einer Hand ein zusammengedrehtes T-Shirt, daß sie in ihrem Mund feste nach unten auf die Stämme drückten. Die nächsten beiden standen ebenfalls links und rechts neben ihr und hielten ihre Arme und Beine fest. Der Fünfte stand vor ihr mit bis in die Kniekehlen heruntergelassenen Hosen. Ihr Gesicht war schmerzverzerrt, die Stirn zu kleinen Falten verkrampft, ihre tief blauen Augen blutunterlaufen. Tränen der Machtlosigkeit, des Schmerzes, der Wut und der Demütigung rannen an ihren Ohren vorbei und verschwanden zwischen den Stämmen. Sie kniff wieder ihre Augen zu und stieß heisere Schreie dumpf und kaum wahrnehmbar aus, als der nächste mit brutaler Gewalt über sie herfiel. Die rauhe Baumrinde füllte sich mit Blut unter ihrem Kopf, dessen Haut durch die harten Stöße aufgerissen war.

Mit einem Aufschrei stürzte ich mich auf die Ausgeburten Satans, bereit jeden einzelnen wie ein Wolf anzuspringen und die Reißzähne in die Kehlen zu schlagen. Auf, daß das heiße Blut in meinem Mund Genugtuung bringen möge.
In mir brannte der wilde Zorn so heiß und unbändig wie das Kesselfeuer einer Dampflok, daß mein Blut kochen ließ. Mein Körper und mein Geist war erfüllt von nur einem Gedanken, wie ein Gepard, der fixiert seinem Opfer hinterherrennt: TÖTEN.

Schon machte ich einen Satz und stürzte mit aller Gewalt und zugekniffenen Augen auf den Ersten. Es gab einen dumpfen Schlag, als ich mit dem Kopf gegen die Holzstämme prallte. Kurzer Schmerz zuckte durch das Mark, bevor die Welt sich in Dunkelheit und Schweigen hüllte. Kurze Zeit darauf kam ich zu mir. Von den Soldaten, dem Mädchen, den geschlagen Bäumen war keine Spur. Statt dessen lag ich am Fuß einer stämmigen Eiche. Getrocknetes Blut klebte an meiner brennenden Stirn. Ich war wieder auf der Wiese, auf der ich dem Mädchen bis zu der Tür gefolgt war. Wo mochte sie jetzt sein? Mühsam richtete ich mich auf, da erinnerte ich mich. Das, was ich gerade erlebt hatte, hatte ich schon einmal gesehen. Es war ein Traum. Gemischt aus Realität und Phantasie. An jenem Abend lag ich todmüde auf der Couch. Reporter im Fernsehen berichteten euphorisch über Krieg und Gewaltverbrechen auf der Welt. Meine Augen wurden schwer. Die Sätze von den sensationsgeilen, hektisch sprechenden Korrespondenten drangen immer langsamer durch meine Ohren in den Kopf. Sie reihten sich aneinander wie eine nicht endende Kette - immerzu, ohne Pause und Sinn. Dann verwandelten sie sich in eine Schar Kinder, die sich an den Händen hielten und singend vorüber tanzten. Schließlich wurde es still und ich flog über Häuser und Flüsse wie ein einsamer Vogel am wolkenlosen Himmel. Dann kam dieser Traum. Es war einer jener Träume, die sich nachts anschleichen wie eine Königscobra an ihr schlafendes Opfer. Sie schlängelt sich den Baum hinab mit Augen aus Stahl. Dann richtet sie sich langsam auf, wie ein Bogen der gespannt wird. Mit offenem rosafarbenen Maul, so groß wie zwei Hände und vier rasiermesserscharfen Zähnen, spitz wie nach innen gekrümmte Dornen, schießt sie auf die Beute zu, zischend wie ein Pfeil, um das Todesgift in die Nervenbahnen zu injizieren. Schreiend erwacht man. Arme und Beine zittern, als hätte die Lähmung schon eingesetzt, wenn man das Licht einschalten will.

Die Schmerzen am Kopf ließen nach, und ich versuchte mich wieder zu orientieren. Da war das Mädchen wieder! Sie schien gewachsen zu sein. Ihr Gesicht konnte ich nicht erkennen. Uns trennten zirka 200 Meter. Doch gleich lief ich los. Getrieben von dem Gedanken und dem immer stärker werdenden Gefühl diese Person doch näher zu kennen. Ich holte sie ein. Wieder war da wie aus dem Nichts eine Tür. Sie drehte sich zu mir um. Ich wollte rufen, doch da ging sie schon hindurch und langsam schloß sich die Tür hinter ihr. Ohne weiter nachzudenken stürzte ich hinterher und riß die Tür auf.

Dahinter tat sich eine im Jubel schreiende Menschenmenge auf. Ich suchte das Mädchen, doch sie war in der Masse verschwunden. Verschluckt wie eine Ameise im Sand. Meine Ohren schmerzten von dem amüsierten Gebrüll, daß durchmengt von Gelächter und angeregten Unterhaltungen war. Ich befand mich in einer Arena. Im Zentrum auf dem freien Platz stand in leuchtenden Farben gekleidet der Torero, wie die Sonne unseres Sternensystems, um die alles kreist.
Die stählerne Klinge blitzte in der Sonne. Er bewegte sich wie ein Tänzer in seinem Gewand, als der Stier auf den Richtplatz geführt wurde. Dieser zuckte ängstlich zusammen, als die Menschen bei seinem Anblick voller Vorfreude Schreie ausstießen. Ich konnte nicht glauben, daß alle hier teures Geld bezahlten, um zu sehen wie ein lebendes unschuldiges Geschöpf, in Schmerzen und am eigenen Blut würgend, zu Tode gemartert würde. Noch wußte der Stier nicht, welchen Spießrutenlauf er bis zum erlösenden Ende durchstehen muß. Ängstlich von dem Getöse um ihn herum, lief er im Kreis der Arena suchend nach dem Tor, durch das er hineingeschoben worden war. Doch es war geschlossen. Ein einzelner Mensch in schrillen Farben gekleidet, die durch die Sonne in seinen Augen stachen, bewegte sich auf ihn zu. Der Stier erkannte ihn und lief ihm treu entgegen, in der Gewißheit, daß dieser Mensch ihn von dieser Wiese, auf der kein Gras wächst, wegführt und den Weg nach draußen zeigen würde. Der Mensch machte seltsame Bewegungen, hatte aber nicht die geringste Absicht den Weg zur grünen Wiese, auf die der Stier noch vor ein paar Stunden stand, zu zeigen. Ein paar Mal machte der Stier dieses Spiel noch mit, dann blieb er stehen, verharrte auf die Dinge, die da kommen mögen.

Das gefiel dem Publikum gar nicht und der Torero mußte seine Strategie ändern. Daß war ein leichtes Spiel, da das Gesetz auf seiner Seite war. Wieder lockte er den Stier. Diesmal noch intensiver und der Stier ließ sich überreden. Er setzte seine Beine in Trab. In der Hoffnung, in den Stall geführt zu werden, um endlich trinken zu können. Denn die Sonne brannte gnadenlos auf sein schwarzbraunes, vom Schweiß glänzendes Fell. Wieder machte der Torero ein Satz beiseite, doch diesmal, als er aus dem Augenwinkel des Stiers war, holte er aus und plazierte mit voller Wucht einen Speer in das lebende Fleisch. Vor Schmerz und Schock fuhr der Stier herum und wollte in die andere Richtung fliehen. Da bohrte sich ein zweiter Speer auf der anderen Seite des Rückens tief in ihn und blieb ebenfalls stecken. Von den Schmerzen wie wahnsinnig, rannte der Stier auf die Wand zu. Die Speere federten durch den wilden Galopp, rissen die Wunden immer weiter auf. Er konnte nicht schreien, doch die Qual sah man in seinen Augen. Das Weiße quoll aus diesen Kastanien ähnlichen Augen hervor, so weit waren sie aufgerissen von dem Schmerz, der wie ein Dolch stechend vom Rücken in den Hinterkopf schoß. In letzter Minute kam der Stier staubaufwirbelnd zum stehen, um nicht mit der Wand zu kollidieren.

Aus den klaffenden Wunden rann das Blut in kleinen Bächen an dem schwer atmenden Körper des Stiers hinunter auf den Boden. Sogleich bildete sich eine Pfütze auf dem sandigen Grund, der es aufsaugte wie ein vor Dürre aufgerissener Acker Wasser. In Todesangst suchte der Stier ein Platz um sich zu verstecken. Die Augen des Menschen waren erfüllt von Haß. Rettungslos verloren und ausgeliefert blieb nur ein Weg: die Offensive. Mit letzter Kraft stürzte der Stier nach vorne auf seinen Peiniger, der schon alles so geplant hatte und nur darauf mit seinem Schwert wartete. Zufrieden grinste er, als der Stier das letzte Mal auf ihn zu rannte. So war es dann auch. Er holte aus und stieß die Klinge bis zum Griff in den Körper des Stiers. Er fiel auf die linke Seite, zuckend wie ein Fisch an Land, atmete kurz und stoßartig. Blut rann aus dem Maul und die aufgerissen Augen wurden glasig - der Körper erstarrte.

Das Fest konnte beginnen. Vergnügte Menschen strömten zum Ausgang. Der Torero wurde gefeiert und gepriesen - welch ein Held! Ich verhüllte mein Gesicht mit meinen Händen. Gehöre ich denn auch zu der Rasse Mensch? - Wünschte der Lärm würde bald friedlicher Stille erliegen. Wünschte den Stier an den Ort, in dem Mensch und Tier in Frieden leben.

Die Stimmen wurden leiser. Schließlich übertönten sie fröhliches Vogelgezwitscher, bis auch der letzte Satz davon verschluckt wurde. Langsam nahm ich meine Hände vom Gesicht, lunzte durch die Finger. Da war sie wieder. Diese seltsame, aber traumhaft schöne Zauberwiese. Von allem unberührt. Welche Grausamkeiten auf der Welt auch Vorgehen mochten, immer würde sich ein Platz finden, der von alledem nichts weiß, der diesen nie erreichen und nie verändern könnte. Hatte ich diesen gefunden?
Wie zum Trotz blühte diese Wiese in ihrer vollkommenen Schönheit, wie eine weiße Wasserrose in einem See aus Unrat. Obwohl die Menschen die Natur auf jede erdenkliche Weise ausbeuteten, zerstörten und umformten, Tiere zum Spaß zu Tode quälten, ausrotteten, einsperrten und folterten, als hätten diese keine Seele oder weniger Recht zu existieren, gab es diesem Ort, der alles ungeschehen machte - nicht auf Rache sinnte, sondern nur friedlich lebte. Seltsam war nur, daß keine anderen Menschen, außer mir und dem Mädchen hier waren. Ich mußte sie finden, denn mittlerweile wußte ich, daß ich sie kannte. Ich konnte sie nicht zuordnen. Sie war wichtig, soviel war mir klar. Warum wußte ich nicht. Ich ging los, in Gedanken versunken, den Kopf nach unten hängend, die Stirn in Falten grübelnd über die Geschehnisse, die vor mir nochmals explodierten wie Feuerwerkskörper an Silvester. Jedes einzelne brachte ein Stück Erinnerung zurück. Nach einer Weile blickte ich mich um und sah im Osten eine weitere Tür einladend stehen. Ich war nicht mehr erstaunt. Entschlossen ging ich darauf zu. Ich wußte, daß diese “Türen”, wenn es denn solche waren, für mich da standen und warteten. Also drehte ich, diesmal ganz vorsichtig, wieder an dem Türknauf, stellte mich auf Entsetzen und Schrecken ein ...

Doch hinter der Tür herrschte eine nie zuvor erlebte Stille. Genau so mußte sich ein tauber Mensch fühlen, dachte ich mit grauen. Ich trat in den Saal. Er war so groß wie eine Flugzeughalle und am Ende war wieder eine Tür. Darüber hing eine große, in einem schwarzen Rahmen gefaßte Uhr. Das Licht war gedämpft. Zwei Meter hohe Fenster an der langen Nordwand ließen nur spärlich graues Licht einfallen. Wie an einem trüben Morgen, an dem das Erwachen des Tages noch hart mit der Nacht kämpft und scheinbar nie endet. Ich verweilte einige Minuten, um meine Augen daran zu gewöhnen. Ich traute mich keinen Schritt zu tun, der diesen Ozean der Stille aufschäumen könnte. Langsam formten sich die schemenhaften Gebilde vor mir zu einem Bild, durchlöchert von grauschwarzen Punkten, die immer weniger wurden.

Die ganze Halle war voller kleiner Bettchen. Unzählige Bettchen aneinander gereiht, dicht beieinander stehend, akkurat geordnet. Jedes Bettchen sah exakt wie das daneben stehende aus: Ein von der Füllung rundlich weißes, vom Licht her grau erscheinendes Deckchen, ein Viertel zurückgeschlagen, ein ebenso rundliches Kissen auf einer kleinen Matratze, die mit einem fein gebügelten, ebenso sterilen Leintuch bespannt war. Mein Blick wanderte durch die schier nicht endenden Reihen. Mich schauderte die Lösung auf meine Frage im Kopf zu finden, welche Bedeutung dieser Ort wohl haben mochte. Da hatte ich etwas entdeckt und ich erschrak wie vom Blitz getroffen. - Die Bettchen waren nicht leer! Kaum wahrnehmbar hatte ich kleine Fingerchen bei einer Decke offenliegend bemerkt. Gerade, als ich auf die Betten zugehen wollte, um sie genauer zu betrachten, verspürte ich einen eisigen Windhauch wie von einem mächtigen Flügelschlag. Die Tür am Ende der Halle war lautlos aufgeglitten. In mir war der Anflug panischer Angst. Ich rannte zu dieser Tür mit der gewaltigen Uhr darüber. Meine Schritte hallten dumpf und kurz nach. Endlich an der vermeintlichen Tür, die wieder an das Sonnenlicht führen sollte, wie ich dachte, angekommen, erschrak ich erneut: Die große Uhr hatte keine Zeiger!
Ohne mich davon aufhalten zu lassen, oder weiter darüber nachzudenken, schlüpfte ich durch die Tür und stand zu meinem Entsetzen in genau der gleichen Halle wie zuvor. Die selben Betten, die selbe Uhr am Ende der Halle und darunter wieder eine Tür. Ein Spiegelraum, als wäre ich im Kreis gelaufen. Neugier plagte mich wie ein winselnder Hund. Schließlich rang ich mich durch die Bettchen genauer zu untersuchen.

In jedem lag ein Säugling! Regungslos auf dem Rücken, apathisch zur Decke starrend. Kein Zucken war festzustellen. Scheinbar tot aber doch lebendig. Die Stille ließ langsam meinen Verstand schwinden wie Eis in der Sonne. Ich schrie mit aller Kraft, daß sich meine Stimme überschlug: “Wo bin ich hier?! Was ist das für ein gottloser Ort?! AUFHÖREN!” Meine Stimme ging unter, es gab kein Echo. Ich hörte sie leise wie bei einer weiten Telefonverbindung.

Laut antwortete eine tiefe Stimme dröhnend: “Das sind die Unerwünschten.”
Still stand ich da - Sekunden vergingen und diese Stimme erhob sich erneut: “Abgetrieben.”

Das Wort hallte mir noch im Kopf nach, als ich die Augen öffnete und bemerkte, daß ich wieder im Grünen stand. Der warme Sonnenschein vertrieb die Angst in meinem Bauch wie einen bösen Traum. Ein Kloß, dick und staubig, steckte in meinem Hals. Die Erinnerung übermannte mich, erfüllte mich mit Traurigkeit und brannte in mir, ließ nur ein schwarzes Loch zurück. Dumpfes klopfen aus der Ferne lenkte mich von dem quälenden Schmerz ab. Am Horizont, einen grünen Hügel hinunter reitend, sah ich es: Ein weißer Hengst, der über das Gras wie mit Schwingen galoppierte, kam zügig auf mich zu. Der Reiter war eine Frau. Das schwarze lange Haar fiel vom Wind in Wellen nach hinten. Sie hatte diesen muskulösen Hengst mit seinen treuen dunklen Augen sicher im Griff, lenkte in gutmütig und zart. Dann war sie so nah, daß ich ihr Gesicht erkennen konnte.

“Celine! Celine! - mein Gott Celine!” Ich traute meinen Augen nicht! Jetzt wußte ich, daß sie das kleine Mädchen war. Sie nahm den Hengst an den Zügeln, der aus dem Galopp ins traben kam und schließlich stoppte. Mit einem Satz schwang sie sich von dem breiten Rücken des Pferdes, und landete sicher mit beiden Füßen auf der Erde. Ich lief ihr entgegen. Sie öffnete ihre Arme mit einem Lächeln.
“Celine! Wie sehr habe ich mir gewünscht, dich noch einmal so in meinem Armen zu halten.” sagte ich mit Tränen in den Augen.
“Du weißt also wieder wer ich bin?”
“Wie konnte ich das je vergessen?”
“Es ist inzwischen viel passiert.”
“Ja, Celine, es ist sehr viel passiert, seit dem du nicht mehr da bist. Nur unter Schmerzen erinnere ich mich an die letzte Zeit mit dir. Ich mache mir Vorwürfe. - Sage nichts. Ich weiß. Man ist so hilflos gegenüber einer Krankheit, die man nicht überwinden kann. All die Tests und Medikamente, die dir Hoffnung versprachen, die dein Körper unter Krämpfen und Erbrechen ausstießen, ihn grausam veränderten, all das hat bis zum Schluß deinen Willen nicht gebrochen. Als ich deine Hand am Bett hielt und es keine Zukunft gab. Auch da haben wir nicht aufgegeben. Ich habe deine Kraft bewundert und daraus geschöpft gegen die nagende Wut und Leere in mir anzukämpfen. Nichts kann man tun, wie als Zuschauer bei einem Theaterstück, das man kennt und das böse Ende doch nicht aufhalten kann. Zum Schluß bleiben die Tränen, die heiß über die Wangen laufen und wie Feuer in der Seele brennen, um dort für ewig zu bleiben. Wenn es nur ginge - bei Gott, ich hätte mit dir getauscht. Warum ist das Schicksal so grausam? Das Leben hatte für uns erst begonnen, da war es zu Ende. Welchen Sinn ...?”
“Schhh ...”, unterbrach mich Celine und drückte mich fest.
“Ich bin dir sehr dankbar, doch du solltest wissen, daß jedes Leben einen Sinn hat. Hadere nicht mit dem Schicksal. Niemand braucht mit Angst in den Tod zu gehen. Es gibt mehr als das irdische Leben. Die Angst vor dem Ungewissen ist normal. Die hatte ich auch, doch zum Schluß nicht mehr. Auch wenn es mir in der Seele weh tat dich zu verlassen. Doch ich bin aus einem anderen Grund hier. Du weißt immer noch nicht was das für ein Ort ist, an dem wir uns befinden. Du weißt auch nicht, wie du hier herkamst, richtig?”
“Das ist richtig. Ich denke, es ist ein Traum. Einer der wenigen Träume, in denen man weiß, daß man träumt. Ich hatte schon viele Träume, in denen ich mit dir sprach und lachte, aber keiner war je so wie dieser. Hinter diesen Türen, durch die ich ging, konnte ich ein paar meiner Gedanken real sehen. Gedanken, die mich in der letzten Zeit verfolgten und nicht mehr losließen. Alles in Frage stellende Gedanken, die aus allen Richtungen kamen, einen überfielen wie Ameisen ein Stück Schokolade.”
“Komm mit mir. Wir gehen noch einmal an einen anderen Ort, dann wirst du dich an alles erinnern. Habe keine Angst.”

Sie gab dem Hengst einen Klaps, der darauf mit Blumen aus dem Maul kauend, sich langsam zur Seite bewegte und davon trabte. Dann nahm sie meine Hand und wir gingen wie damals durch die Wiese. Vorbei an Bäumen durch Schatten und Sonne. - Wünschte, daß dieser Spaziergang nie enden möge. Doch schließlich kamen wir wieder an eine Tür.
“Geh. Habe keine Angst. Ich bin immer bei dir.” mit diesen Worten ließ sie meine Hand los und wartete. Ich öffnete die Tür. Dahinter war es schwarz. So schwarz, daß man keinen Boden sehen konnte. Ich blickte sie verunsichert an. Sie nickte mir beruhigend zu und hob zum Abschied ihre rechte Hand. Mit einem großen Schritt trat ich in das Dunkel. Sogleich stürzte ich in diesem unheilvollem Nichts hinab. Freier Fall wie aus einem Flugzeug.

Der Schatten um mich nahm Gestalt an, wandelte seine ungreifbare Form in körnig schwarzen Staub. Er verdichtete sich zu Rauch, der die Augen zu Tränen reizte und tief beißend in die Lunge kroch. Nach Luft ringend, schoß mir der letzte Satz von Celine durch den Kopf. Endlich wurde es heller und der Rauch dünner. Ich viel aus der Rauchwolke wie ein Lenkdrache ohne Wind vom Himmel. Weich landete ich auf dem Boden. Er war kühl und feucht. Hinter mir war ein laut knisterndes Rauschen. Ich drehte mich um und bemerkte, daß ich auf der endlosen Weite eines Ozeans stand! Eine riesige Feuersäule erstreckte sich vor mir in den Himmel und verlief sich in einer schwelenden Wolke aus Asche und Ruß, aus der ich gerade gefallen war. Sie war so groß, daß sie die Sonne verdunkelte und wie ein Trauerschleier das Leben unter sich bedeckte. Eine Bohrinsel brannte. Aufgrund der schlechten Wartung und der daraus resultierend geringen Ausbeute kümmerte es niemand, daß Tausende von Tonnen Rohöl in das offene Meer entwichen. Letzten Endes würde es niemand bemerken, außer vielleicht Taucher, die unter sich eine tote Wüste aus schwarzem Schlamm, klebrig wie Pech, vorfänden. Auch die Asche würde leise und kaum hörbar in das Meer nieseln wie feiner Regen. Doch manchmal kroch der schwarze Tod wie ein U-Boot leise und unentdeckt unter der Oberfläche bis an das Festland, um dort auf tödliche Weise sein Dasein zu beweisen. Vögel, die ölverseuchten Fisch fraßen, stürzten unter Krämpfen auf die Erde. Andere, denen das Öl im Wasser die Augen nicht verklebte, versuchten ihr Gefieder zu reinigen und starben daran ebenfalls. Wieder andere waren von der schwarzen Masse so gefangen, wie eine Spinne ihre lebende Beute in einen Kokon spinnt, die nach der Betäubung wieder zu sich kommt und in dem klebrigen Sarg so lange strampelt, bis sie an Erschöpfung stirbt.

Der Schauplatz wechselte vor meinen Augen wie eine bemalte Drehwand auf einer Bühne den Hintergrund. Globale Vernichtung - vielleicht sind diese Worte den Verantwortlichen durch die Köpfe gegangen, als sie von ihrem Fernsehsessel aus Bilder von schreienden, in Panik geratenen Menschen sahen, die die Straßen überfluteten, den Verkehr zum erliegen brachten.
Doch Entsetzen gab niemand zu.
“Frage mich was das soll! Die Alle wußten doch, wo sie wohnen. Und das so ein Atomkraftwerk nicht für die Ewigkeit gebaut ist, dürfte doch wohl auch klar sein.” sinnierte der fein gekleidete Mann mit Halbglatze in dem roten Sessel, ein Glas Whisky schwenkend in der rechten Hand. Mit der anderen nahm er die brennende Zigarre aus dem Mundwinkel und fügte trocken in die Runde hinzu: “Ein Pech für uns, daß es diesmal nicht zu übersehen war. Sonst haben diese schreienden Narren da in den Gassen auch alles geschluckt, was man ihnen anbot. Braves Völkchen war das! Nie nachgefragt! Was man auch für dubiöse Erklärungen hatte, die haben alles gefressen, was man ihnen vorwarf, wie eine Schar Hunde ein Stück Fleisch. Hauptsache es ist keine Radioaktivität ausgetreten und sie konnten weiter billig wohnen. Asoziales Volk! Was verlangen die denn?! Natürlich erwischt es sie. Wozu soll man erst diese Panik ausbrechen lassen? Die glauben doch nicht wirklich, daß sie abhauen können, oder?” Mit einem ungläubigen Lächeln blickte der Mann zu seinen Kollegen und nahm einen kräftigen Schluck.
Gegenüber saß ein bebrillter hagerer Mann, der die Hände im Schoß faltete und nachdenklich die Stimme erhob: “Nun, ich denke das glauben die wirklich, sonst würden sie sich wohl kaum so anstellen und tottreten. Sie nur da! Das ist ja schlimm. So was! - Habe mich schon gefragt, auf wieviel Millionen sich die Schadensforderungen belaufen werden. Am Ende wären wir doch billiger weggekommen, wenn wir, wie vor einem Jahr geplant, das überflüssige Ding abgerissen hätten. Es hat ja nur noch Miese gefahren! Wegen der Überkapazität der umliegenden Atomkraftwerke ist es die ganze Zeit nur noch auf einem Block gelaufen. Auf mich wollte ja niemand hören! - Müll! Müll, habe ich gesagt, ist die Zukunft. Wir hätten von dem Geld, was jetzt drauf geht eine wunderbar automatisierte Verbrennungsanlage errichten können. Aber nein, man wollte ja Arbeitsplätze erhalten ... nichts desto trotz ist meinen Gedanken ein genialer Plan entsprungen. So müssen wir vielleicht nicht für die Opfer aufgekommen, da wir ja nur humanerweise das AKW am Leben erhalten haben. Die Überlebenden müssen eh umziehen, und so bekommt jeder einen Pauschalbetrag. Eine kleinere Verbrennungsanlage könnten wir dann hier errichten ...” Er erhob sich mit ernster Miene und holte aus der Jacketttasche einen Kugelschreiber, den er zu einem Zeigestab auszog. Dann ging er zwei Schritte zu einer Wandkarte und deutete damit präzise auf einen kleinen Ort.
“Hungerleider wohnen da! Die werden uns die Füße küssen! Bauland und Arbeitskräfte zu Dumpingpreisen!” Stolz entfaltete sich auf seinem Gesicht breites Grinsen und seine Augen glänzten freudig, als er in die verblüfften und zustimmenden Gesichter seiner Kollegen sah. Ich aber starrte auf die Karte, auf den Ort, der noch von alledem nichts wußte, unberührt vor sich hin existierte. Ich ging ein Schritt auf die Karte zu, berührte den Ort mit meinem Zeigefinger. Da krümmte sich der ganze Raum wie eine Seifenblase und platzte sogleich. Im nächsten Moment befand ich mich in diesem auserwählten Dorf, inmitten einer heruntergekommenen Wohnung. Sie war schmutzig und kahl. Aus einem Raum erklang leise Summen. Die Tür war geöffnet und ich trat in den Raum. Es war die Küche, spärlich eingerichtet. Auf einem Stuhl an einem Tisch, saß eine Frau summend über ihren Jungen gebeugt. Er war vielleicht acht Jahre alt und weinte bitterlich. Sie versuchte ihn zu beruhigen und summte die Melodie lauter und drückte ihn fester. Doch sein, vor Anstrengung blaurot weinendes Gesicht blieb verkrampft. Alles trösten nützte nichts, und auch jetzt liefen stumme Tränen die Wangen der Frau hinunter. Sie küßte ihn liebevoll, streichelte sein kurzes Haar und sagte: “Alles wird gut ...”, da flog mit einem Tritt scheppernd die Wohnungstür auf. Ein breitschultriger, kurzhaariger Mann, von stattlicher Größe, schwankte mit trübem Blick herein. Der Junge entzog sich seine Mutter und drückte sich ängstlich, auf die Knie sinkend, an die kahle Wand. Die Mutter begann zu schluchzen: “Du hast schon wieder
getrunken ...”
“Na und?! Was interessiert dich das?! Warum flennst du schon wieder?! Und warum steht kein Essen auf dem Tisch, wenn ich komme?! Verdammte Schlampe! Wie oft muß ich dir noch
sagen ...” In blinde Wut geraten, stürzte er auf die Frau zu. Holte mit seiner rechten Pranke aus und schlug mit offener Hand zu. Er traf sie im Gesicht. Die Frau rutschte zwei Meter über die grauen Kacheln am Boden. Der Junge quiekte in seinem Weinkrampf auf. Sie lag ein paar Sekunden regungslos am Boden, bis sie heulend ihre blonden Haare aus dem angeschwollenen Gesicht streifte.
“Warum schreist du so, Sohn?! Frauen müssen erzogen werden! Gott bist du ein Weichling! Wahrscheinlich bist du selbst ein Weib! Auf jeden Fall stammst du nicht von mir. Ja, die Schlampe da, die sich deine Mutter nennt, hurt doch mit jedem rum! Das weiß doch jeder!” Wütend fauchte er sie wieder an: “Du gehst doch mit jedem ins Bett, stimmt’s nicht?! Du brauchst das doch! Komm her, ich zeig dir was du brauchst!” Roh packte er sie am Arm, riß sie vom Boden hoch. Sie schrie und versuchte sich zu wehren, da schlug er ihr nochmals ins Gesicht. Sie verstummte und er schleifte sie ins Schlafzimmer, riß ihr die Kleider vom Leib und machte die Tür zu. Der Junge lief schreiend nach seiner Mutter an die Schlafzimmertür, trommelte mit den Fäusten aus Leibeskräften gegen sie. Der Vater öffnete die Tür. Da sah er seine Mutter auf dem Rücken liegend, in Fetzen gekleidet, aus dem Mund blutend - das letzte Mal. Der Vater gab ihm einen Tritt. Der kleine Körper flog rückwärts gegen die Wand. Mit Schmerzen und nach Luft ringend, schleppte der Junge sich aus dem Haus der Qual. Von nun an hatte er keine Familie mehr. Wurde zu einem Straßenkind wie Tausend andere. Vergessen und unbedeutend im täglichen Kampf gegen den Hunger. Ausgestoßen von der Gesellschaft, die er nur aus Videofilmen kannte. Weder Zukunft noch Gegenwart haben Verwendung für diese zwangsläufig kriminellen Subjekte. So kam es dann, daß Martin ein wenig Geld verdienen wollte, mit Rauschgift handelte, und prompt geschnappt wurde. Anfangs wurde er wieder laufen gelassen, doch das Leben wurde härter und er brauchte Waffen, um unter den Großen der Straße zu bestehen. Eins steigerte das andere. Es war wie ein Wettrüsten. Im Jugendgefängnis dann, wurde er nicht nur von den schroffen Wärtern mißhandelt, sondern auch von Mitgefangenen vergewaltigt und geprügelt. Seine Seele war gebrochen und seine Augen starr und kalt. Er wollte nur eins: fliegen, frei wie ein Vogel - weit weg.
Die beiden Wärter unterschrieben gelangweilt den Wisch “Auf der Flucht erschossen”. Einer mehr oder weniger, wen interessiert das schon? Aber das war Martins einzige Chance alledem zu entkommen.
“Oh mein Gott ...”, hörte ich mich heiser flüstern. Jetzt konnte ich mich wieder an alles erinnern.
Eine Hand berührte sanft von hinten meine Schulter.
“Komm. Es ist genug, verlassen wir diesen Ort.” sagte Celine, als ich mich umdrehte. Ich war froh und erleichtert sie zu sehen, dennoch wußte ich nicht, was ich sagen sollte. Schweigend gingen wir nebeneinander ein weites Stück, ließen alles zurück.

“Ich weiß nicht, wie es soweit kommen konnte, Celine. All diese schwarzen Gedanken stauten sich in mir wie Wasser an einem Felsvorsprung. Bis sie schließlich mit all ihrer Kraft auf mich hinab stürzten, - mich mit ihrer Last erschlugen. Die Welt hatte ihren Glanz verloren. Sie war trüb und grau, trostlos wie verödetes Land. Der Zauber des Lebens war entschwunden. So plötzlich wie bei einem Weihnachtsbaum nach dem Fest. Er steht da, so wie vorher und dennoch fehlt etwas: die Freude. Die Freude, die ich nach deinem Tod erst neu suchen mußte. Es war schwer sie wiederzufinden, aber deine Kraft ließ mich nicht aufgeben. Jahre verstrichen, in denen man Gott verfluchte und gleichzeitig auf Knien anflehte, Jahre, in denen man eine Antwort suchte, Jahre, in denen man einen Sinn zu finden hoffte. Und es wuchs die innerliche Stille, wie ein Schwamm sich färbt, der langsam schwarzes Öl aufsaugt. Man hört in sich, und fällt daraus Entscheidungen. Entscheidungen, die von unserem Herzen kommen, die unsere Person ausmachen. Man birgt darin den Grund um weiterzuleben, das Dasein zu rechtfertigen, die Wurzel der Hoffnung.
Doch nicht selten werden Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen in einem Augenblick erschlagen, wie eine Mücke mit der flachen Hand. Die Wurzel wird schwarz, beginnt zu faulen und doch wächst sie durch neue Kraft in andere Richtungen weiter. Aber wenn die Welt mit ihren Grausamkeiten sie erschlägt, in kleine Stücke teilt, wie mit einer scharfen Axt, dann stirbt sie letztendlich. Zurück bleibt ein schwarzer Fleck, der außerstande ist Gefühl zu empfinden. Er ist so groß und unbeschreiblich wie jener geheime Ort, tief unter der Meeresoberfläche. Er ist dunkel wie die ewige Nacht, so tief, daß das Licht der Sonne ihn nie erreichen wird. Er ist still und kalt, ewiger Frieden wie ein Sarg. Ich geriet zu tief in den Strudel der Gedanken, die um das WARUM kreisten. Sie zogen mich hinab an diesen Ort, an dem man aus keiner Richtung Licht sieht. Ich stumpfte ab gegenüber der Welt, der ich ebenso egal war. Es war mir gleichgültig, als mich das grelle Scheinwerferlicht auf den Schienen erfaßte, als das tonnenschwere Stahlkoloss, schnaufend und polternd, laut aufpfeifte. In einer Sekunde erbebte mein Körper vor Schreck, doch mein Geist war müde und ohne Reaktion. Ein Schatten huschte an meiner linken Seite vorbei, doch es blieb keine Zeit, um den Kopf zu wenden. Der Zug erfaßte mich - ohne Schmerz, es waren nur Geräusche und ich wachte hier auf. Alles vorbei. Nahtlos wie der Herbst sich in Winter wandelt.
Ist das das Leben nach dem Tod?”
“Nein. Du bist ohne Recht hier. Wie konntest du das nur tun?! Jedes Leben ist ein einmaliges Geschenk. Es liegt in unseren Händen, was wir daraus machen. Natürlich gibt es viele Fragen, aber die wirst du jetzt noch nicht begreifen. Wie kannst du dein Leben wegwerfen? Millionen würden mit dir tauschen wollen. Lebst du denn nicht gut? Mußt du Hunger leiden?”
“Nein. Aber wie kann ich leben, wenn ich all das sehen muß? Lieber würde ich tauschen, als das zu ertragen. Wenn neben mir Menschen an Hunger sterben und feines Fleisch durch unser Wohlstand an Katzen verfüttert wird.”
“Ich weiß, du akzeptierst die Welt nicht so wie sie ist. Aber dein Tod ändert nichts - er ist umsonst, dein ganzes Leben. Warum all diese Gedanken um Recht und Unrecht, wenn man sich dem so entzieht? Bist du denn nicht in der Position etwas ändern zu können? Die Träume aus der Jugend, die Welt zu ändern, sind wahrlich nur Träume. Wer steckt ein hohes Ziel? Aber selbst ein kleines Ziel bleibt unerreicht, wenn man nicht bereit ist den ersten Schritt dahin zu tun. Und wie willst du ihn tun, wenn du auf Gleisen spazierst? Ein kleines erreichtes Ziel verändert etwas in deinem Leben, in deinem Umfeld. Das Umfeld reagiert auf dich. Es liegt in deinen Händen es zu beeinflussen. Jeder einzelne Mensch verändert sein Umfeld auf nur jede erdenkliche Weise, so daß eins das andere hervorbringt und somit jeder Teil des Ganzen ist. Auch wenn das Ziel nur klein sein mag, kann das Auswirkungen haben, die man nicht im Zusammenhang erkennen kann. Jeder paßt an seinen Platz wie bei einem riesigen Puzzle. Fehlt auch nur ein Teil, so erlischt der ganze Glanz. Du mußt lernen das Leben zu akzeptieren, den Platz zu suchen, an dem du paßt.
Krieg ist grausam, aber nicht abnormal, sondern Natur. Eins entsteht aus dem anderen, wie die Wellen im Meer, die auslaufen und aus sich selbst wiedergeboren werden. Ohne daß eine kann das andere nicht existieren. Ohne Liebe gibt es keinen Haß und umgekehrt. Wie Feuer Regen erzeugt, der von diesem gelöscht wird und wiederum wird durch einen Tropfen in der Sonne Feuer entfacht. So funktioniert die Welt, verstehst du? Du kannst nicht einfach eins wegnehmen. Ohne Regen würde innerhalb kürzester Zeit alles Leben sterben. Wenn man aus einem Uhrwerk auch nur das kleinste Zahnrad entfernt, wird die Uhr stehen bleiben. So ist es. Solange die Erde existiert wird es so sein. Auch solange kleine bedruckte Papierfetzen mehr wert sind als ein Menschenleben, solange werden Tränen den Boden benässen und Klageschreie zum Himmel aufsteigen.” Celine machte eine Pause und guckte mich erwartungsvoll an.
“Celine, du hast ja recht. Es tut mir leid was ich getan habe. Ich begreife auch gar nicht, wie es soweit kommen konnte. Die Nerven gingen mit mir durch, der Schmerz war unerträglich. Meine Gedanken nahmen mich so gefangen, daß ich in dem Strudel nur mit Angst nach innen, in die Mitte sah. Dabei hätte ich es eher geschafft, wenn ich nach draußen gesehen hätte. Wahrscheinlich wäre da ein kahler Berg gewesen, mit einem unüberwindbaren Antlitz, doch an diesem hätte ich mich festhalten können. Jetzt würde ich ihn besteigen, und wenn ich noch so oft abrutschen würde. Oben angekommen würde ich ihn mit einem Pickel bis auf den letzten Stein zerhauen. Es tut mir leid, daß ich dich enttäuscht habe.”
“Das hast du nicht. Ich weiß, du bist ein guter Mensch, ich liebe dich ...” Celine lächelte, nahm mich in den Arm und küßte mich zärtlich.

Maschinen arbeiteten ächzend links und rechts neben mir. In meinem Mund und in meinen Armen steckten Schläuche. Mein Kopf war gefüllt von hundert kleinen Männchen, die mit Preßlufthämmern Stahlträger bearbeiteten. Das linke Bein brannte wie Feuer. Schlingen schienen um meinen Brustkorb gelegt zu sein. Jeder Atemzug wurde zur Qual. Langsam begriff ich, daß ich auf einer Intensivstation eines Krankenhauses lag. Schleichende Schmerzen erfüllten meinen gesamten Körper und erstickten zentimeterweise das eben erlebte wundervolle Gefühl an meinen Lippen. Ich werde sie nie vergessen.

Ich hörte im Raum, wie sich zwei Schwestern unterhielten: “Wegen diesem Spinner da, ist ein anderer drauf gegangen. Der spaziert auf den Gleisen rum, und als ein Zug kommt, sieht das ein Fußgänger. Der spielt den Helden und stößt ihn in letzter Minute zur Seite. - Pech, der Zug war schneller und nimmt ihn an dessen Stelle mit ...”
“Schön blöd! So etwas könnte mir nicht passieren. Wenn sich einer umbringen will – bitte ... aber sich selbst dann auch noch gefährden?”
Die Stimmen wurden leiser - Schlaf löste die Schmerzen ab ...

Tilo
18.02.2012, 00:17
Sprachlos. Ja, ich war einen langen Moment sprachlos, als ich diese Geschichte, wenn man das so noch nennen darf, gelesen habe. SOWAS habe ich einfach nicht erwartet. Mystery - Die verlorene Seele, ich dachte an eine Geistergeschichte! Ich zitter immernoch am ganzen Körper und doch will ich meine Bewunderung jetzt in Worte fassen. An alle anderen, die die Geschichte noch nicht gelesen haben, lest sie, bevor ihr mein Kommentar lest. Die Länge darf nicht abschrecken! Es lohnt sich!

Also, der Anfang. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich sehr verwirrt war von all dem was geschiet. Man fragt sich: Wovon handelt die Geschichte? Worum geht's?
Doch schreckst du damit niemanden ab, sondern machst einen sehr neugierig.
Es geht also weiter. Man begleitet einen Mann und nach und nach bemerkt man, was der Sinn dieser Geschichte ist.
Ich bin fasziniert, wie du die ganzen dunklen Seiten der Menscheit und der Welt gezeigt hast, wie du sie präsentierst hast und letztendlich auch stark kritisiert. Ja, du kritiesiert die Menschen, wie sie Unheil anrichten. Dabei aber immer noch so poetisch und abnormal wundervoll geschrieben. Gebannt musste ich immer weiter lesen und bereute jetzt schon, dass mich vorerst die Länge der Geschichte abgeschreckt hatte.
Man durchlebt mit dem Mann die schlimmsten Seiten der Welt: Krieg, Hunger, einfach alles! Und man fühlt genauso wie der Mann. Es ist nicht mehr so, dass der Mann den Traum hat, nein! Der Leser träumt hier auf einmal.
Aber plötzlich gelangt der Mann immer wieder auf die Wiese, die du sehr schön als den Ort bezeichnet, wo man an als das Grauen nicht denkt.
Und dann, alle Grausamkeiten durchlebt, berichtest du, dass alles seinen Sinn hat und ohne das andere nicht existieren kann. Und das jeder Mensch etwas verändern kann, wie in einen 'Puzzle', wie du es so passend bezeichnet hast. Das hat irgendwas in mir hinterlassen. Dieses Bedürfnis etwas zu verbessern. Klar, das hatte ich schon vorher, haben viele. Aber du schaffst es gottverdammmt nochmal zu beweisen: Hey! Sogar die kleinen Dingen helfen schon.
Und zum Schluss nochmal einen Höhepunkt, der einen den letzten (und einen von vielen) Kick gibt und eine weitere Aussage offenbart.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal ein so eindrucksvolles Meisterwerk, wie dieses gelesen habe. Ich wünschte nur, dass dies die ganze Welt lesen würde, denn die Botschaft, die hier vermittelt wird, ist bedeutend und sie wird hier so gut wie nie zuvor vermittelt.
Ich, jedenfalls, danke dir für dieses Werk und schon allein dafür, hat sich die Registrierung auf der Seite nochmals enorm gelohnt. Wirklich, du könntest, meiner Meinung nach, mit diesem Werk, als einer der bedeutendsten Literaten der Weltgeschichte eingehen. ;)

Tobi
21.02.2012, 12:35
Hm, vielen Dank! Ich sehe das ein Stück weit selbstkritischer... ;) nach meiner Meinung habe ich zu viele Vergleiche benutzt, die den Leser/in vielleicht überfordern und letztlich auch den Fluß beim lesen hemmen. Ich würde heute mit den Vergleichen sparsamer umgehen. Aber freut mich, dass es dir gefällt! :)

Tilo
21.02.2012, 19:18
Nein, nein! Da liegst du falsch! Das war eine der Sachen, die mir sehr gut gefallen haben. Meine Schwester hat es auch gelesen und ich hab sie nach der Meinung gefragt, worauf sie auch gleich erwähnte, dass ihr die Vergleiche gut gefielen. Sie hat lediglich die Länge nicht angenehm gefunden, aber naja. ;)

Tova
20.03.2012, 23:00
Mich hat die Länge erst auch abgeschreckt ;) aber Tilo versprach, es würde sich lohnen, also hat sich Tov mal rangewagt und wow....... mir fehlen echt die Worte. Du hast wirklich die Gabe, so wahnsinnig anschaulich zu schreiben dass der Leser ganz ohne Mühe ab dem ersten Satz der Prota IST. Man liest die Geschichte nicht länger, man LEBT sie. Wirklich, Wow. Hut ab!!!

Tobi
23.03.2012, 12:17
Dankeschön... :)