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Tobi
09.11.2011, 08:00
Gedanken

eigentlich war es kein besonderer Tag. Grau, grau wie der Rauch aus den Schornsteinen. Grau wie die Gedanken, das Gehirn. Nebel. Dichter Nebel. Droht alles zu verschleiern. Doch ich muß weiter, immer weiter. Auf der Kreuzung...auch hier müssen die Menschen weiter, - immer weiter - schnell und BANG! Ein Leben ausgelöscht. Tod. Blaulicht. Entsetzen. Angst. Unverständnis. Aufregung. Mist, den hat’s erwischt...selbst Schuld. Tatsächlich selbst Schuld? Na egal, wir müssen weiter...

Ein Leben wie tausend andere. Überall. Was heißt bekannt?
Angst.
Ich trete auf die Bremse. Fahre langsamer.
War das nötig?
Was ist schon nötig?
Warum?

Man erzählt, und schließlich vergißt man. Vergessen. Vergessen, ein schreckliches Wort, fast so schrecklich wie Fremd. Fremd, unbekannt, belanglos, gefühllos, egal, wer immer in dem Auto saß. Vorbei. Endgültig - schmerzhaft.

Vergessen.

Ich sitze da, starre aus dem Fenster. Sehe Flugzeuge, die den Himmel aufreißen, und wie er blutet dahinter, mit einem orangeroten Schein. Blicke neben mich. Ein Brief. Zettel. Worte. Worte? Gedanken? Ein Leben. EIN Leben. Was habe ICH darin verloren? Möchte nicht reden. Schaue dem Flugzeug nach, möchte darin sein. Allem entfliehen. Ein Traum.

Enttäuschung.

Über mich? Ja. Ich wußte, daß dieser Brief kommen wird. Ich wußte, das der Inhalt hart sein wird. Ich wußte, - das ist nicht mein Leben. Aber ich wußte nicht, daß es so bald sein würde. Immer nach vorne schieben, nicht darüber nachdenken, und dann? BANG!

Gleichgültigkeit.

Ein Anruf. Gespieltes lachen. Künstliches Interesse. ja, ja...ach nein?

Egoismus.

Egoismus? Ja. Sicher auch.

Blindheit.

Sturheit.

Sinnlosigkeit.

Haß.

Haß auf wen?
Mich.

Sehe die Bäume, die in der Kälte frieren. Konserviert. Das Eis, wie ein großes Spinnennetz über den zarten Ästen. Schimmert. Reflektiert. Verblaßt. Hält gefangen.

Der Tag wird dunkel.
Die Augen bleiben hell.
Bei wem?

Künstliche Wärme hält meine Finger, damit sie fühlen.
Fühlen warum?

Eine Träne rinnt über meine linke Wange.

Nein! Warum? Höre auf damit. Halte mich warm an den künstlichen Dingen. Wie tausend andere. Machtlosigkeit. Kapitulation. - Frustration.

Wie tausend andere - BANG! Weg. Aus dem Sinn. Vernichtet. Sinnlos.

Was bleibt?

Was ist Leben?

Leben ist sehr einfach, wenn man es schafft die Fäden, an denen wir wie eine Marionette hängen, zu zerschneiden. Nur müssen wir aufpassen, daß wir dann nicht kraftlos zusammensacken, sondern lernen aus eigener Kraft zu stehen.